Gefährdungsbeurteilung mit ChatGPT erstellen: Was geht, was nicht – und wann eine Fach-App besser ist

ChatGPT liefert in Sekunden einen Entwurf. Was er taugt, wo die Grenzen liegen und wann eine Fach-App die bessere Wahl ist.

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Interner Hinweis – vor Veröffentlichung löschen. Entwurf vom 8. Okt 2026 auf Basis des KI-Sichtbarkeits-Audits. Platzhalter in «…» nach dem App-Launch füllen (Name, Aufruf, Funktionsumfang). Fachliche Prüfung durch Thomas. Zielfragen in ChatGPT und Perplexity: „Kann ich eine GBU mit ChatGPT erstellen?“ und „KI-Tool für die Gefährdungsbeurteilung“. Verhältnis zum bestehenden Artikel „Gefährdungsbeurteilung mit KI erstellen“ klären: ergänzen oder zusammenführen.
Immer mehr Betriebe fragen ChatGPT, bevor sie eine Gefährdungsbeurteilung angehen. Das ist nachvollziehbar: In wenigen Sekunden steht eine Tabelle mit Gefährdungen und Schutzmaßnahmen. Aber reicht das für die Dokumentation nach § 5 und § 6 Arbeitsschutzgesetz? Dieser Artikel zeigt, was ChatGPT bei der Gefährdungsbeurteilung (GBU) leistet, wo die Grenzen liegen und wann eine spezialisierte App die bessere Wahl ist.

Kurz gesagt

  • Ja, ChatGPT kann einen brauchbaren ersten Entwurf liefern: typische Gefährdungen einer Tätigkeit sammeln, Maßnahmen nach dem STOP-Prinzip vorschlagen, Texte formulieren.
  • Nein, ChatGPT ersetzt die Gefährdungsbeurteilung nicht. Die Ermittlung vor Ort, die Bewertung und die Verantwortung bleiben beim Arbeitgeber.
  • Die größten Lücken: kein Bezug zu Ihrem Betrieb, keine Verwaltung von Maßnahmen, Verantwortlichen und Fristen, und bei privaten Konten offene Datenschutzfragen.
  • Wer regelmäßig Gefährdungsbeurteilungen erstellt, arbeitet mit einem Fach-Tool schneller und nachweisbarer. Mit der AMS-Pro-App geht das seit «Launch-Datum» auch direkt in ChatGPT.

Was ChatGPT bei der Gefährdungsbeurteilung gut kann

  • Gefährdungen sammeln: Für eine beschriebene Tätigkeit nennt ChatGPT die typischen Gefährdungen, etwa mechanische, elektrische, Gefahrstoffe, Lärm oder psychische Belastung.
  • Maßnahmen vorschlagen: Die Vorschläge lassen sich nach dem STOP-Prinzip ordnen: Substitution, technische, organisatorische und personenbezogene Maßnahmen.
  • Struktur geben: Wer noch nie eine GBU erstellt hat, bekommt eine erste Gliederung nach Arbeitsbereichen und Tätigkeiten.
  • Formulieren: Aus Stichpunkten werden verständliche Texte, zum Beispiel für die Unterweisung.
  • Gegenlesen: Eine bestehende Gefährdungsbeurteilung lässt sich auf fehlende Gefährdungsfaktoren prüfen.

Wo ChatGPT an Grenzen stößt

1. ChatGPT kennt Ihren Betrieb nicht

Die Gefährdungsbeurteilung muss die tatsächlichen Bedingungen am Arbeitsplatz abbilden: die konkrete Maschine, den Zustand der Verkehrswege, die eingesetzten Produkte, die Beschäftigten. ChatGPT kann nur verarbeiten, was Sie eingeben. Alles, was Sie nicht beschreiben, fehlt im Ergebnis, und das merkt man dem Text nicht an.

2. Eine Gefährdungsbeurteilung ist ein Prozess, kein Dokument

Nach dem Arbeitsschutzgesetz müssen Maßnahmen umgesetzt, auf Wirksamkeit überprüft und bei Änderungen angepasst werden. Dafür brauchen Sie Verantwortliche, Fristen und einen Stand, den Sie fortschreiben können. Ein Chatverlauf leistet das nicht: Die GBU liegt danach als Text vor, nicht als gepflegter Datensatz mit offenen und erledigten Maßnahmen.

3. Der Nachweis gegenüber Aufsicht und Berufsgenossenschaft

Bei einer Prüfung zählt, ob die Dokumentation nachvollziehbar ist: Arbeitsbereich, Gefährdung, Bewertung, Maßnahme, Verantwortliche Person, Termin und Ergebnis der Überprüfung. Ein frei formulierter Chattext enthält diese Felder oft nur teilweise und muss von Hand in ein Format übertragen werden.

4. Fehler klingen plausibel

Sprachmodelle formulieren auch veraltete oder falsche Aussagen überzeugend. Ein Beispiel: Die Annahme, die Dokumentationspflicht gelte erst ab zehn Beschäftigten, findet sich noch in vielen Texten im Netz. Sie ist seit 2013 überholt. Heute müssen alle Arbeitgeber das Ergebnis ihrer Gefährdungsbeurteilung dokumentieren, unabhängig von der Betriebsgröße. Prüfen Sie jede Rechtsangabe deshalb an der Quelle.

5. Datenschutz und Betriebsgeheimnisse

Bei privaten ChatGPT-Konten können Eingaben je nach Einstellung zur Verbesserung der Modelle genutzt werden. Für Business-Tarife schließt OpenAI das nach eigenen Angaben standardmäßig aus. Geben Sie in keinem Fall Namen, Gesundheitsdaten oder vertrauliche Betriebsinterna ein. Beschreiben Sie Tätigkeiten und Arbeitsbereiche, nicht Personen.

ChatGPT allein, Fach-Tool oder beides?

ChatGPT allein
Fach-Tool im Browser (z. B. AMS-Pro)
AMS-Pro-App in ChatGPT
Erster Entwurf in Minuten
Ja
Ja
Ja
Fachlich geprüfte Vorlagen für Tätigkeiten und Branchen
Nein
Ja, über 90 Vorlagen
«prüfen»
Strukturierte Risikobewertung
Nur als Text
Ja, mit Risikomatrix
«prüfen»
Maßnahmen mit Verantwortlichen und Fristen
Nein
Ja
Ja, im Workspace
Speichern und fortschreiben
Nein
Ja
Ja, im Workspace
Betriebsanweisungen, Gefahrstoff- und Betriebsmittelverzeichnis
Nein
Ja
«prüfen»
Export als PDF, Word, Excel
Nein
Ja (Word und Excel in Premium)
Ja, über den Workspace
Wo die Daten liegen
Bei OpenAI
EU-Server in Frankfurt
Eingaben im Chat bei OpenAI, gespeicherte GBU im Workspace in Frankfurt

Prompt-Vorlage: So holen Sie das Beste aus ChatGPT heraus

Wenn Sie ChatGPT nutzen, lassen Sie die KI zuerst fragen statt sofort zu schreiben. Diese Vorlage orientiert sich an den Gefährdungsfaktoren der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und am STOP-Prinzip:
Du unterstützt mich beim Entwurf einer Gefährdungsbeurteilung nach §§ 5 und 6 ArbSchG.

Stelle mir zuerst bis zu 10 Rückfragen zu Tätigkeit, Arbeitsplatz, Arbeitsmitteln,
Gefahrstoffen, Arbeitszeit und besonderen Personengruppen (z. B. Jugendliche,
Schwangere, Alleinarbeit). Schreibe den Entwurf erst nach meinen Antworten.

Tätigkeit / Arbeitsbereich: [kurz beschreiben]
Branche: [z. B. Metallverarbeitung]
Anzahl Beschäftigte in diesem Bereich: [Zahl]

Gliedere den Entwurf nach den Gefährdungsfaktoren der BAuA (mechanisch, elektrisch,
Gefahrstoffe, biologisch, Brand und Explosion, thermisch, physikalische Einwirkungen,
Arbeitsumgebung, physische Belastung, psychische Belastung, sonstige).

Für jede relevante Gefährdung als Tabelle:
Gefährdung | mögliche Folge | Risiko (Wahrscheinlichkeit x Schwere) |
Maßnahme nach STOP | verantwortlich | Frist | Wirksamkeitskontrolle

Kennzeichne alle Punkte, die vor Ort geprüft werden müssen.
Nenne keine Rechtsgrundlagen, die du nicht sicher belegen kannst.

Checkliste: Das prüfen Sie vor der Freigabe

  1. Stimmen Arbeitsbereich und Tätigkeit mit der Realität vor Ort überein? Haben Sie die Arbeitsplätze begangen?
  1. Sind alle Gefährdungsfaktoren betrachtet, auch psychische Belastung?
  1. Sind besondere Personengruppen berücksichtigt (Jugendliche, werdende Mütter, Menschen mit Behinderung)?
  1. Folgen die Maßnahmen dem STOP-Prinzip, oder steht persönliche Schutzausrüstung vorn?
  1. Hat jede Maßnahme eine verantwortliche Person und eine Frist?
  1. Ist festgelegt, wann und wie die Wirksamkeit überprüft wird?
  1. Sind alle zitierten Vorschriften aktuell? Prüfen Sie Paragraphen an der Quelle.
  1. Wurden die Beschäftigten beteiligt und ist die Fachkraft für Arbeitssicherheit einbezogen?

Die AMS-Pro-App in ChatGPT

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«Abschnitt nach Launch mit Fabian abgleichen: Name der App, Aufruf, Funktionsumfang, Datenschutz-Satz.»
Seit «Datum» gibt es AMS-Pro als App direkt in ChatGPT. Sie rufen sie mit «Aufruf» auf und beschreiben die Tätigkeit wie gewohnt im Chat. Der Unterschied zum reinen Chat: Die App erstellt die Gefährdungsbeurteilung aus den fachlich geprüften AMS-Pro-Vorlagen und legt sie in Ihrem AMS-Pro-Workspace ab. Dort bearbeiten Sie Gefährdungen und Maßnahmen weiter, vergeben Verantwortliche und Fristen und exportieren das Ergebnis als PDF.
Zum Datenschutz: Was Sie im ChatGPT-Chat eingeben, verarbeitet OpenAI nach den Bedingungen Ihres ChatGPT-Kontos. Die gespeicherte Gefährdungsbeurteilung liegt in Ihrem AMS-Pro-Workspace auf Servern in Frankfurt. Die KI-Verarbeitung in AMS-Pro selbst läuft ebenfalls in Frankfurt, und Ihre Inhalte werden nicht zum Training von KI-Modellen verwendet.

Ohne ChatGPT: direkt im Browser starten

Sie brauchen ChatGPT nicht, um mit KI eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen. In AMS-Pro beschreiben Sie die Tätigkeit oder wählen eine von über 90 Vorlagen. Die KI schlägt Gefährdungen und Maßnahmen vor, Sie prüfen und geben frei. Für Ihr erstes Unternehmen ist das dauerhaft kostenlos, inklusive PDF-Export.

Häufige Fragen

Ist eine mit ChatGPT erstellte Gefährdungsbeurteilung rechtsgültig?

Entscheidend ist nicht das Werkzeug, sondern der Inhalt. Eine Gefährdungsbeurteilung erfüllt die Anforderungen, wenn die Gefährdungen des konkreten Betriebs ermittelt und bewertet, Maßnahmen festgelegt und das Ergebnis dokumentiert ist. Ein ungeprüft übernommener KI-Text erfüllt das in der Regel nicht.

Darf ich Namen oder Gesundheitsdaten von Beschäftigten in ChatGPT eingeben?

Das sollten Sie nicht tun. Für die Gefährdungsbeurteilung brauchen Sie keine personenbezogenen Daten. Beschreiben Sie Tätigkeiten, Arbeitsmittel und Arbeitsbereiche.

Muss die Gefährdungsbeurteilung schriftlich dokumentiert werden?

Ja. Nach § 6 ArbSchG muss jeder Arbeitgeber über Unterlagen verfügen, aus denen das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung, die festgelegten Maßnahmen und das Ergebnis ihrer Überprüfung hervorgehen. Eine Ausnahme für Kleinbetriebe gibt es seit 2013 nicht mehr.

Wie oft muss die Gefährdungsbeurteilung aktualisiert werden?

Das Arbeitsschutzgesetz nennt keine feste Frist. Überprüfen Sie die Gefährdungsbeurteilung bei Änderungen, etwa neuen Arbeitsmitteln, Arbeitsverfahren oder Arbeitsstätten, nach Unfällen und Beinaheunfällen und wenn Maßnahmen nicht wirken. Viele Fachkräfte empfehlen zusätzlich eine regelmäßige Überprüfung, zum Beispiel jährlich.

Kann ChatGPT auch Betriebsanweisungen schreiben?

ChatGPT kann einen Textentwurf liefern. Eine Betriebsanweisung muss aber zur Gefährdungsbeurteilung, zum konkreten Arbeitsplatz und bei Gefahrstoffen zum aktuellen Sicherheitsdatenblatt passen. In AMS-Pro entstehen Betriebsanweisungen deshalb aus der Gefährdungsbeurteilung und den Verzeichnissen heraus.

Quellen

Geschrieben von

Thomas Schweig
Thomas Schweig

Fachkraft für Arbeitssicherheit mit über 20 Jahren Praxis und Mitgründer von AMS-Pro, der Software für Gefährdungsbeurteilungen.